Schreibtipps
Was ist die SZ-Schreibwerkstatt?
- Die Schreibwerkstatt
- Wichtig für alle Recherchen
- Welche Stilform passt zu deinem Thema?
- Tatsachenbetonte Darstellungsformen
- So äußerst du deine Meinung
Die Schreibwerkstatt
In der Schreibwerkstatt kann man Texte verfassen und veröffentlichen und darüber hinaus journalistisches Schreiben lernen. Suche dir ein Thema, nutze die Schreibtipps, recherchiere, mach Interviews und schreibe deinen Artikel. Melde dich in der Schreibwerkstatt an und stelle deinen Text hinein. Er erreicht die SZ-Redaktion und wird dort redigiert, also in die Form gebracht, in der er in einer Zeitung veröffentlicht werden kann. Dein Artikel wird danach unter deinem Namen in der Schreibwerkstatt online gestellt. Bis zu drei Fotos oder Karikaturen kannst du mitschicken. Ist dein Text online, ist er für jeden lesbar. Und du kannst anhand der Änderungen durch die Redaktion feststellen, was du beim nächsten Text noch besser machen kannst. Um in der Schreibwerkstatt mitzumachen, musst du dich registrieren lassen.
Wichtig für alle Recherchen
1. Thema eingrenzen:
Finde dein Thema in deiner Nähe
Sachgebiete wie "Die Armut in der Welt" oder "Popmusik von A bis Z" sind zu umfangreich für einen Artikel. Suche dir einen Aspekt, am besten in deiner Umgebung. Finde einen Interviewpartner oder eine kleine Gruppe und frage nach, welche Erfahrungen sie gemacht haben und wie sie damit umgehen. Mit welchen Schwierigkeiten kämpft die 19-Jährige ohne Job und Ausbildungsplatz, wie verbringt sie den Tag, wie sieht sie ihre Zukunft? Welchen Hintergrund haben die jungen Menschen, die offensichtlich jeden Tag viel Zeit haben und gemeinsam am Bahnhof, an der Tankstelle, vor dem Kiosk abhängen? Ebenso kannst du auch einen Menschen interviewen, der es geschafft hat, seinen Schuldenberg abzubauen. Zum Thema Popmusik bietet sich an, mit einer Band zu reden. Wer sich auf ein Konzert vorbereitet oder bald ein paar Songs veröffentlichen will, hat meist viel zu erzählen.
2. Menschen einbeziehen:
Überlege dir gute Fragen
Es muss Spaß machen, deinen Artikel zu lesen. Du solltest keine Abhandlung zum Thema schreiben, auch wenn du über die Vorbereitung auf die Recherche zum Experten geworden bist. Lass die Betroffenen selbst erzählen. Wie managt es der Obdachlose, täglich satt zu werden? Wie empfindet er die Reaktionen anderer Menschen auf ihn? Wie hat er seine Wohnung, seinen Job verloren? Wenn du die richtigen Fragen stellst, bekommst du auch gute Antworten. Schreib das, was deine Interviewpartner sagen, möglichst wortwörtlich auf, dann kannst du sie zitieren.
3. Ansprechpartner suchen:
Suche dir Menschen mit Erfahrung
Wer ist geeignet? Wenn du einen Menschen oder eine Gruppe vorstellen willst, zum Beispiel den Obdachlosen, dann sprichst du natürlich in erster Linie mit ihm selbst. Du kannst darüber hinaus mit Menschen reden, die Erfahrungen mit deinem Interviewpartner haben - der Passant, der ihm jeden Morgen 50 Cent zusteckt, die Initiative, die ihm durch den Winter hilft. Vielleicht willst du deine Recherchen auch mit Zahlen untermauern. Frage bei Behörden nach, wie viele Menschen in deiner Stadt als arm gelten. Sind es mehr geworden oder weniger in den vergangenen Jahren? Um wie viel?
Welche Ansprechpartner du dir suchst, hängt auch von deinen Absichten ab. Wenn du über das Badeverbot in deinem Lieblingsweiher schreibst, kannst du einen Jogger zitieren, der Schaum auf der Weiheroberfläche beobachtet hat. Mit dem, was der Jogger sagt, kannst du dem Leser verdeutlichen, dass man eine Veränderung sogar sehen kann. Wenn du allerdings herausfinden willst, wie verschmutzt der Weiher wirklich ist und wie lange das Badeverbot aufrechterhalten bleibt, kann der Jogger nicht weiterhelfen. Dafür wendest du dich an Fachleute, wahrscheinlich das Wasserwirtschaftsamt, das die Gewässeranalysen gemacht hat. Wenn dann noch herauskommt, dass einige Werte auffallend abweichen, dass die Möglichkeit besteht, dass jemand Abwässer einleitet, bist du mittendrin im "richtigen" Journalismus.
4. Recherchieren:
Sei hartnäckig
Meist lohnt es sich, nicht nur am Telefon Informationen zu sammeln, sondern der Sache auf den Grund zu gehen. Dann gehst du mit Stift und Block (am besten nicht kleiner als A4 - sonst musst du später beim Schreiben viel blättern) dorthin, wo etwas passiert oder passiert ist - vielleicht nimmst du auch eine Kamera mit. Eine Recherche ist nur selten bereits nach einem Gespräch beendet. Versuche, unterschiedliche Sichtweisen und Standpunkte von Fachleuten, Betroffenen, Verantwortlichen zu berücksichtigen, von Gegnern und Befürwortern. Bereite dich auf die Interviews vor. Bleibe dran, wenn dein Gesprächspartner deinen Fragen ausweicht oder wenn dir nicht ganz klar ist, was er meint.
5. Schreiben:
Nimm dich zurück, suche die Essenz. Dann starte durch.
Setz dich nach der Recherche möglichst sofort an deinen Artikel. Wenn du eine Woche wartest, hast du viele Eindrücke bereits vergessen. Mach dir zunächst klar, was du mitteilen willst. Schreibe keinen Erlebnisaufsatz in chronologischer Reihenfolge, stelle die wichtigen Punkte an den Anfang. Was ist deine Hauptaussage? Dem Leser ist egal, ob deine Anfahrt zum Interview stressig war oder ob es Wasser, Kaffee oder Sprite gab. Schreibe nicht über dich, sondern über das, was du herausgefunden hast. Schreibe verständlich und spannend, formuliere in kurzen Sätzen. Studien haben gezeigt: Der Leser entscheidet bereits nach drei Zeilen, ob er deinen Artikel weiterlesen will oder nicht.
Welche Stilform passt zu deinem Thema?
Interviews, Meldungen, Kommentare - Journalisten haben verschiedene Möglichkeiten, ihre Rechercheergebnisse dem Leser mitzuteilen. Je nach Ereignis oder Recherche haben die Stilformen ihre Stärken und Schwächen. Welches Genre für deinen Text passt, findest du hier.
Wesentlich für deine Vorentscheidung: Journalisten halten Fakten und Meinungen strikt getrennt. Sie versuchen, unparteiisch zu sein. Wer das, was er recherchiert hat, dem Leser mitteilen will, der sucht unter den tatsachenbetonten Darstellungsformen. Wer kommentieren will oder eine Kritik über ein Konzert, ein Theaterstück oder auch ein Buch schreiben möchte, kommt bei den meinungsbetonten Darstellungsformen weiter.
Grundsätzliches: Frage jeden, mit dem du es zu tun hast, nach seinem Vor- und Nachnamen und seiner genauen Berufsbezeichnung. Sie später herauszubekommen, kann zeitaufwändig sein. Ab und an kommst du auch gar nicht mehr daran, dann musst du auf den Gesprächspartner und damit unter Umständen auf die treffensten Zitate verzichten.
Nach Möglichkeit solltest du in jedem Artikel die sieben W-Fragen beantworten:
- Wer? (...war beteiligt)
- Was? (...ist passiert)
- Wo? (...ist es passiert)
- Wann?
- Wie?
- Warum?
- Welche Quelle? (das heißt: von wem hast du die Information?)
Das klappt nicht immer, die sieben Ws sind auch nicht immer gleich wichtig. Der Journalist muss für sich selbst entscheiden, welche unentbehrlich sind.
Tatsachenbetonte Darstellungsformen
Die Meldung:
KURZ & KNAPP Die Meldung, auch Nachricht genannt, ist die kürzeste Fassung eines journalistischen Artikels. Sie gibt einen Sachverhalt prägnant wieder. Versuche, möglichst viele W-Fragen zu beantworten. Die Hauptaussage muss am Anfang stehen. Schreibst du etwa eine Meldung über ein Fußballspiel, will dein Leser im ersten Satz erfahren, wer gewonnen hat. Im zweiten sollte dann auch stehen, wer die Tore geschossen hat. Was dir weniger wichtig erscheint, kannst du eher am Schluss unterbringen.
Du musst selbst entscheiden, was die Hauptaussage ist. Wenn du eine Nachricht darüber schreibst, wie es war, als dein Freund das Rührei auf dem Herd vergessen hat, dann solltest du in deinem ersten Satz erwähnen, wenn die Küche ausgebrannt ist. Für eine Meldung völlig unwichtig ist, dass ausgerechnet deinem Freund, der doch sonst nie schusselig ist, so etwas passiert ist. Unpassend ist auch, wenn du erzählst, wie komisch die Eierreste in der Pfanne wirkten. Weit weniger wichtig als die Auswirkung des Brandes ist auch, dass die Feuerwehr vielleicht schon nach dreieinhalb Minuten bereitstand. Auch wenn der auf seinen Rekord stolze Feuerwehrmann davon als erstes erzählt.
Der erste Satz einer Meldung steht im Perfekt (also mit "haben" oder "sein": "Völlig ausgebrannt ist die Küche eines Hauses...."), ab dem zweiten Satz wird in der Regel im Imperfekt geschrieben ("Die Feuerwehr sagte, dass das Feuer wahrscheinlich durch ein auf dem Herd vergessenes Rührei ausgelöst wurde.").
Die Meldung eignet sich für den Probestart in den Journalismus. Das machen Praktikanten auch nicht anders. Meldungen findest du auf fast allen Seiten der SZ als einspaltige Nachrichten, vorwiegend in den äußeren Spalten.
Musterbeispiele für eine Meldung (PDF)
- 22-Jähriger im Bundestag
- Lehrer waren oft nur mäßig in der Schule
- Rentner wirft 15 000 Euro in den Müll
Der Bericht:
NEULICH Der Bericht ist der große Bruder der Meldung. Er ist ausführlicher, deshalb etwa drei- bis sechsmal länger als eine Meldung. Der Bericht informiert über reine Fakten hinaus über Zusammenhänge, über die Vorgeschichte, über Hintergründe. Er enthält die Antworten auf die wichtigsten W-Fragen. Darüber hinaus solltest du in einem Bericht mindestens einen Menschen sprechen lassen, also mit Vor- und Nachnamen und Funktion zitieren können. Die, die du interviewst, müssen natürlich etwas zum Thema zu sagen haben. Das könnte beim Autounfall die Feuerwehr oder die Polizei sein, vielleicht auch ein Bürger, der seit Jahren eine Ampel an der Stelle fordert. Der Bericht ist auch die übliche Stilform, wenn du über ein Fußballspiel schreiben willst.
Der
Korrespondenten- oder Hintergrundbericht:
Berichte müssen nicht zwingend dem strengen Aufbau von Nachrichten folgen.
Manchmal stehen nicht Neuigkeiten im Vordergrund, sondern Hintergründe und
Zusammenhänge sind wichtiger. Wenn beispielsweise ein Korrespondent aus einem
Erdbebengebiet berichtet, dann haben die Leser die Nachricht bereits erhalten,
dass Menschen gestorben oder obdachlos geworden sind. Allerdings wissen sie nicht,
wie die Menschen inzwischen ihr Leben meistern, was Hilfsorganisationen
unternehmen, wie kooperativ die Behörden sind. Wertende Einschätzungen und
Analysen des Korrespondenten sind dann erwünscht. In der SZ erscheinen solche
Berichte, in denen auch Wertungen enthalten sind, in einem Kasten - meist ist
ein solcher Kasten auf Seite 1.
Musterbeispiele für einen Bericht (PDF)
Das Interview:
3 FRAGEN AN... es können auch mehr sein. Willst du den Sänger deiner Lieblingsband vorstellen, willst du deinen Schulleiter interviewen, weil er am besten sagen kann, was sich im nächsten Schuljahr ändern wird, dann liegst du mit einem Interview richtig. Stelle deinen Interviewpartner und den Anlass des Interviews in zwei, drei kurzen Sätzen vor. Danach folgt das eigentliche Interview, ein in Dialogform wiedergegebenes Gespräch. Bei dem Frage- und Antwortspiel versucht der Interviewer, seinem Gesprächspartner möglichst viele Neuigkeiten zu entlocken und ihn zu prägnanten Meinungsäußerungen zu veranlassen. Überlege dir vor deinem Interview, was du erreichen möchtest. Willst du einen Menschen vorstellen? Willst du, dass er deinen Lesern etwas erklärt? Willst du ihm Geheimnisse entlocken? Je nachdem, was du vorhast, solltest du dich auf das Interview vorbereiten. Überlege dir Fragen. Schreibe dir in jedem Fall deine erste Frage auf. Sie sollte deinen Interviewpartner überraschen. Keinesfalls darf er nur mit Ja oder Nein antworten können. Stelle kurze, verständliche Fragen. Versuche, deinen Interviewpartner dazu zu bringen, möglichst kurz und knackig zu antworten und nicht abzuschweifen. Desto weniger Arbeit hast du später beim Niederschreiben. Interviews müssen wortwörtlich abgedruckt werden. Wenn du es geschrieben hast, hat dein Interviewpartner das Recht, es gegenzulesen. Wenn er findet, dass du ihn nicht richtig wörtlich wiedergegeben hast, kann er etwas ändern.
Die Umfrage: Auch Umfragen sind Interviews. Du stellst verschiedenen Menschen die gleiche Frage und schreibst ihre Antworten wortwörtlich auf. Wenn sich die Antworten gleichen, versuchst du durch weitere Nachfragen noch interessantere oder speziellere Kommentare zu bekommen. Am besten stellst du Fotos in die Umfrage, dann kann dein Leser sehen, wer das gesagt hat. Zumindest der Name deines Gesprächspartners sollte vollständig sein.
Machst du dein erstes Interview, dann versuche es vielleicht zunächst mit einer Umfrage - vielleicht in deinem Freundeskreis, auf der Straße, auf dem Schulhof...
Musterbeispiele für ein Interview (PDF)
- Die Stimme der Überlebenden. Jonas Neumann (24) hat einen Dokumentarfilm über das Verbrechen des Holocaust gedreht
- "Ich hätte gerne immer etwas zu essen"
- "Gelb mit Gold - das beißt sich wunderbar"
- 100 Fragen an ... Ian "Lemmy" Kilmister. So schnell wie möglich. denn wir haben ja nicht ewig Zeit.
Die Reportage und das Feature:
HÖHENFLÜGE Die Reportage ist von allen journalistischen Genres die Stilform, die dem Erlebnisaufsatz am nächsten kommt. Du solltest den Leser mit deiner Reportage an den Ort des Geschehens bringen, und ihm die Sachverhalte dort so zeigen, dass er sie durch deine Augen und Ohren erlebt. Die Reportage folgt also nicht den strengen Regeln der Nachricht. Sie vermittelt auch Stimmungen und Atmosphäre. Meist wird der Leser direkt in eine interessante Szene geführt, die seine Neugier weckt. Allerdings sollten die sieben Ws auch in einer Reportage beantwortet werden. Das Gebot, so umfassend und objektiv wie möglich zu informieren, gilt auch hier. Die Informationen stehen bei einer Reportage nicht am Anfang, sie sind über den gesamten Text verteilt. Reportagen können lang sein. Sie haben oft mehr als 200 Zeilen, das entspricht mit einem großen Foto in der Zeitung etwa einer halben Seite. Zum Vergleich: Ein normaler Bericht hat in der Zeitung 50 bis 80 Zeilen (mit je 32 Anschlägen).
Musterbeispiel für Reportagen ist die "Seite drei" in der Süddeutschen Zeitung. Die Reportage ist eine der schwierigsten Stilformen, sie gilt als die Königsdisziplin. Einfacher fällt Nachwuchsjournalisten meist das Feature, das der Reportage sehr ähnlich, aber kürzer ist und das Thema im kleineren Rahmen beleuchten kann. Hierfür eignet sich zum Beispiel eine außergewöhnliche Schulstunde, zum Beispiel mit einem Zeitzeugen. Ein Feature steht in der Zeitung meist in einem Kasten, eine Reportage nicht. Das Feature kann nachrichtlich geschriebene Elemente haben, kann auch bestimmte Aspekte in den Vordergrund rücken, Situationen reportageähnlich wiedergeben oder Probleme analysieren.
Musterbeispiele für eine Reportage (PDF)
- Das Mädchen Berivan. Hunderte Kinder sitzen in der Türkei im Gefängnis. Man behandelt sie dort wie Schwerverbrecher.
- Ein Augenblick im August. Es ist weniger wahrscheinlich als ein Lottogewinn, aber vor genau einem Jahr traf ein Blitz Robby Zingle.
- Respekt. Väterchen Frost: Louis van Gaal war beim FC Bayern München schon so gut wie entlassen. Dann ging sein Konzept auf.
Das Porträt:
FC FREUNDESKREIS Das Porträt soll das Wesen, die Persönlichkeit eines Menschen darstellen. Es wird im Präsens geschrieben, sofern nicht die Vorgeschichte oder Hintergründe beschrieben werden. Oft wird der Mensch wie in einer Reportage in einer für ihn typischen Situation geschildert. In den folgenden Abschnitten sind Reportagenteile, biographische Daten oder auch Zitate des Porträtierten eingeflochten. Ein Porträt sollte mit einem Foto des Porträtierten bebildert werden.
Musterbeispiele für ein Porträt (PDF)
- Frank de Winne. Erster Europäer, der die Raumstation ISS kommandiert
- Florian Bernschneider. Mit 16 Jahren zur FDP, mit 22 jüngster Abgeordneter
- Kaum Humor, viel Erfolg. Carmen Wegge (19) belebt die deutsche Poetry-Szene mit Geschichten ohne Happy End
- Simone Peter. Grüne Ministerkandidatin aus SPD-geprägtem Elternhaus
- Thomas "Toivi" Blatt. Überlebender von Sobibor und Zeuge im Demjanjuk-Prozess
- Wayne Rooney. Sohn eines Amateurboxers und Schrecken des FC Bayern
So äußerst du deine Meinung:
Der Kommentar, die Glosse:
EINSPRUCH Im Kommentar wird deutlich Stellung bezogen. Er soll dem Leser helfen, Sachverhalte einzuordnen. Für Kommentare gibt es einen bestimmten Aufbau. Zunächst wird der Sachverhalt kurz umrissen, am besten provozierend, das macht deinen Leser neugierig. Dann schreibst du die Argumente auf und begründest damit deine Meinung. Die Argumentation sollte möglichst klar gegliedert und schlüssig sein. Zum Schluß ziehst du ein Fazit, bringst einen Lösungsvorschlag oder eine pointierte Schlussbetrachtung.
Die Glosse ist ein pointierter Kommentar, der ironisch, auch bissig zu Tagesereignissen Stellung nimmt. Die Themen müssen nicht unbedingt politisch oder ernst sein, sie können auch lustig oder ganz alltäglich sein. Die Glosse läuft immer auf eine Schlusspointe hinaus. Die bekannteste Glosse ist das Streiflicht in der Süddeutschen Zeitung.
Musterbeispiele für einen Kommentar (PDF)
- Die Köchin fürchtet den Kellner. Der Streit um die Steuerpolitik legt die strukturellen Mängel der Regierungskoalition offen
- Das Internet als Kneipe, Klo und Klassenzimmer. Was man über Lehrer, Ärzte und Mitmenschen sagen darf und was nicht: das "Spickmich"-Urteil
- Gute Folter? US-Ärzte haben Menschen in CIA-Gefängnissen fit für Qualen und Torturen gemacht
- Leverkusen gegen Dortmund. Fades Pingpong
Musterbeispiel der Glosse zum Download (PDF)
Die Rezension:
LOVE & HATE Die Rezension, auch Kritik genannt, ist im kulturellen Bereich üblich. Kunstausstellungen, Konzerte, Filme, Theaterstücke, Bücher - in der Rezension kann alles, was man selbst gesehen oder gelesen hat, besprochen werden. Die Rezension muss Informationen über den Künstler oder den Inhalt enthalten. Der Kritiker oder die Kritikerin sollte ihre Meinung gut begründen, denn der Leser soll sich ein Urteil bilden können. Die Rezension soll dem Leser die Entscheidung erleichtern, sich die CD zu kaufen oder das Stück anzugucken.
Musterbeispiele für eine Rezension (PDF)
- Ein Imperium, das wär' schon was. Warum man Bernd Eichingers Film über den Rapper Bushido gesehen haben sollte
- Pixel der Vergangenheit. Madonna dekonstruiert sich selbst im Olympia-Stadion
- Im Kopf von Marilyn. Marilyn Manson führt im Zenith tief in sein Panoptikum ein
Die Karikatur:
SPITZE FEDER Auch Karikaturen sind Kommentare. Sie stellen bestimmte Eigenschaften, Handlungsweisen oder Zustände übersteigert dar. Die Karikatur übertreibt. Die besten Karikaturen treffen mit ihrer Übertreibung das Wesentliche.